Merri
15.07.2003, 09:28
Wind, Wind, bring Geschichten zu mir,
von mutigen Kämpfern und Kriegen,
von Helden wie sie in Schlachten siegen,
und lass sie mich niederschreiben hier.
Es war Sommer geworden, und auch wenn sich dies nur in einem leichten Temperaturanstieg im Lande Midgard auswirkte und der Erdboden nun nur noch matschig, und nicht mehr gefroren war, merkte man den Einwohnern doch deutlich an, wie sehr sie diese kurze Zeit genießen. Nur dem Wegedienst von Jordheim machte das Wetter keinen Spaß. Während im Winter der Boden schön fest war, so dass weder Mensch, noch Zwerg, noch Troll, noch Pferdewagen Probleme hatten die Stadt zu durchqueren. Im Sommer dagegen mussten mehrmals täglich die Trolle der Wegedienstes die Karren aus den hoffnungslos vermatschten Straßen ziehen und ständig mussten sich diese armen Kreaturen anhören, dass es doch eine Frechheit sei, in welchem Zustand die Wege sind.
Doch all dieses Geschrei ging an einer Person vorüber, die selbst zu fortgeschrittener Stunde sich noch im Bett befand und lauthals vor sich hin schnarchte. Ein Druide ist er von Beruf. Nun ja, und die Tatsache, dass er ein Kelte ist, lässt manche Einwohner dieses Landes nach wie vor leise Flüche hinter seinem Rücken sagen. Doch das alles machte Merris nichts aus, schließlich hatte er vor kurzem vom Rat der Druiden seinen endgültigen Namen „Windbreeze“ erhalten, worauf er besonders stolz war. Denn dies zeichnete ihn nun als vollwertiges Mitglied der Druidengemeinschaft aus und da konnte man sich eben so Dinge leisten wie das Ausschlafen ohne jeden Morgen die Sonne zu begrüßen, bevor sie ihre tägliche Wanderung am Firmament beginnt.
RRRRRUMMMSS!!!!!!!!
Etwas krachte mit der Wucht eines Vorschlaghammers gegen die Türe von Merris Zimmer, das er sich in der Gaststätte „Zum nimmersatten Troll“ gemietet hatte. Mit einem erschrockenen Keuchen riss es den Druiden aus dem Schlaf und er musste sich zuerst einmal umsehen und orientieren, wo er sich überhaupt befand. Bett, Holzwände, Holzschrank, Bärenfell auf dem Boden, halb aus den Angeln gehobene Türe, er war also noch in Jordheim, aber was war dort hinter der Türe? Vorsichtig streifte er die Bettdecke zur Seite und griff nach seiner Keule, die neben dem Bett lag. „Verdammt“, dachte er, „ich dachte die Wachen hätten Jordheim soweit im Griff, dass man sich hier nicht gegenseitig abmurksen darf“. Ein zweiter Schlag erschütterte die Zimmertüre, die sich danach prompt von ihrem langjährigen Begleiter, dem Türrahmen, trennte und zu Boden fiel.
„UPS!“ donnerte von draußen eine Stimme. Der Kelte atmete erleichtert auf. Er hatte erkannt, dass es sein Freund Henkerjaehr war, der ihn wohl wecken wollte. „SCHON WACH, MERRIS?!“ hörte man ihn sagen, denn obwohl die Türe nun kaputt war, wollte er den Raum noch nicht betreten. „Ja klar, komm rein, die Türe ist offen…“ antwortete Merris nicht ganz ohne Spott in der Stimme, was dem Troll aber sofort auffiel und als er den Raum betreten hatte fing er an sich zu rechtfertigen:
„DER SCHANKWIRT HAT GEMEINT ICH MÜSSE FEST KLOPFEN, WEIL DU SONST NICHT WACHZUBEKOMMEN BIST, DU SCHLAFMÜTZE!“
„Na das hast Du auf jeden Fall geschafft, was gibt es denn, Henker?“
„OCH, EIGENTLICH NIX. MIR IST NUR SO LANGWEILIG, DA WOLLTE ICH FRAGEN OB DU MIT MIR EIN PAAR UNSERER FEINDE ÄRGERN WILLST.“
„Hmm, das freut mich aber dass Du da schon so früh an mich denkst…“ Merris war nach wie vor ein wenig grummelig mit so einem Schreck aufgeweckt worden zu sein.
„Warte mal, ich zieh mir noch schnell meine Rüstung an“, sagte er und gibt zu dem Stuhl, auf dem er gestern seine Rüstung hatte liegen lassen.
„Was zum… Sie ist weg!! Jemand hat mir meine Rüstung gestohlen!!“ rief er entsetzt.
„BUH!“ jemand schrie ihm einen Zentimeter neben seinem Kopf ins Ohr.
„Salantar!! Du schleichender Nichtsnutz, willst Du dass ich ihn Ohnmacht falle?!“
„Wäre ein Anfang, aber so muss ich mich damit begnügen, dass ich Dich zu Tode erschreckt habe“ antwortete er Frech.
„Ach, lass mich raten: Du hast auch meine Rüstung versteckt, nicht wahr?“
Das breite Grinsen auf Salantars Gesicht bestätigte den Druiden, der nun wirklich gereizt war, schon so Früh am Morgen geärgert zu werden.
Nachdem sich also Merris in seine Schuppenrüstung gekleidet hatte waren die drei vorerst so weit und machten sich auf den Weg nach unten in die Gaststube. Diese war leer, nun ja, fast leer. In einer Ecke im Schatten hockten zwei Gestalten an einem Tisch. Man musste kein großes Genie sein um zu wissen, dass sie Spione waren. Die Gilde Requiem hatte ein ausgedehntes Spionagenetzwerk in allen drei Reichen aufgestellt. Wie es schien war es diesen Leuten nicht zu blöde auch nur im Geringsten ehrlich zu kämpfen.
Auch Henkerjaehr hatte die 2 Gestalten bemerkt und drehte sich in ihre Richtung und auf sie zu, wobei es Merris so vor kam, als wäre er nun mindestens noch mal 10 Zentimeter gewachsen. Die Holzbohlen unter den Füßen des Trolls gaben auch plötzlich knarrende Geräusche von sich. Wie immer war Merris ein bisschen neidisch. Er selbst war selbst unter den Kelten, die an und für sich nicht besonders hoch gewachsen sind, sogar noch recht klein. Niemals im Traum könnte er daran denken einen so eindrucksvollen Auftritt abzuliefern, wie der Troll. Auch Salantar hatte sich die Kapuze weiter ins Gesicht gezogen und bewegte sich nun mit der unheimlich anzusehenden Gewandtheit einer erfahrenen Schattenklinge auf die 2 Leute zu. Normalerweise würde man jeder Person dringen ans Herz legen so schnell wie möglich jetzt davonzulaufen. Merris musste es einfach eingestehen, so unheimlich wie seine Freunde war er bei weitem nicht, auch wenn er sich im Moment bemühte ein grimmiges Gesicht zu machen.
„Was wollt ihr?“ Keifte den drei Freunden die Zwergin entgegen, die am Tisch über einem Schweinebraten saß.
Henkerjaehr musterte die kleine Zwergin von oben bis unten, ergriff mit seiner Hand den Schweinebraten und schob ihn sich ohne ein weiteres Wort in den Mund. Die Zwergin lief rot an vor Wut, doch der eiskalte Blick des Berserkers ließ sie schweigen.
„Was zum Henker macht ihr da?!“ erboste sich nun auch die zweite Person am Tisch, ein Sarazene. Ein gezogener Dolch blitzte kurz auf und ein surren erfüllte die Luft. Das Auge konnte die Bewegung kaum nachvollziehen, doch in diesem kurzen Moment hatte Salantar den Bart des Sarazenen entfernt ohne jedoch nur die Haut anzukratzen. Mit einem erschrockenen Aufschrei fasste sich der Albioner an den Hals und fiel auf den Stuhl zurück.
„Ich würde euch empfehlen, euch in Dun Crauchon zu verkriechen,“ sagte Merris „denn man mag euch hier nicht.“
Die drei Gildenfreunde drehten sich um und gingen Richtung Ausgang. Als sie weit genug weg waren, als dass noch eine Gefahr bestanden hätte, sprang die Zwergin auf ihren Stuhl und fing an, weiter zu keifen:
„Aktion Reaktion. Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt. Ihr werdet schon sehen, dass wir euch überlegen sind. Und ab jetzt sehen wir uns im Nachhinein bestätigt unfaire Methoden im Gildenkrieg angewendet zu haben, denn eben jetzt habt ihr bewiesen, dass ihr nicht fair kämpft“
Ein leichtes Grinsen kam auf Merris’ Lippen. Sie schienen die Zwergin wirklich tief getroffen zu haben. Der Druide konzentrierte sich kurz und flüsterte dem Wind eine Nachricht zu: „Überbring dem Stuhlbein meine Ehrerbietung Wind. Und sage ihm, dass es nicht länger hier verweilen muss, sondern endlich sterben darf“
KNACKS!!
Der Stuhl, auf dem die Zwergin gestanden hatte brach zusammen und sie fiel mit dem Kinn erst auf die Tischkante und dann zu Boden auf dem sie weiterfluchend liegenblieb, während die Freunde die Taverne verließen.
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Merri (s/n)
von mutigen Kämpfern und Kriegen,
von Helden wie sie in Schlachten siegen,
und lass sie mich niederschreiben hier.
Es war Sommer geworden, und auch wenn sich dies nur in einem leichten Temperaturanstieg im Lande Midgard auswirkte und der Erdboden nun nur noch matschig, und nicht mehr gefroren war, merkte man den Einwohnern doch deutlich an, wie sehr sie diese kurze Zeit genießen. Nur dem Wegedienst von Jordheim machte das Wetter keinen Spaß. Während im Winter der Boden schön fest war, so dass weder Mensch, noch Zwerg, noch Troll, noch Pferdewagen Probleme hatten die Stadt zu durchqueren. Im Sommer dagegen mussten mehrmals täglich die Trolle der Wegedienstes die Karren aus den hoffnungslos vermatschten Straßen ziehen und ständig mussten sich diese armen Kreaturen anhören, dass es doch eine Frechheit sei, in welchem Zustand die Wege sind.
Doch all dieses Geschrei ging an einer Person vorüber, die selbst zu fortgeschrittener Stunde sich noch im Bett befand und lauthals vor sich hin schnarchte. Ein Druide ist er von Beruf. Nun ja, und die Tatsache, dass er ein Kelte ist, lässt manche Einwohner dieses Landes nach wie vor leise Flüche hinter seinem Rücken sagen. Doch das alles machte Merris nichts aus, schließlich hatte er vor kurzem vom Rat der Druiden seinen endgültigen Namen „Windbreeze“ erhalten, worauf er besonders stolz war. Denn dies zeichnete ihn nun als vollwertiges Mitglied der Druidengemeinschaft aus und da konnte man sich eben so Dinge leisten wie das Ausschlafen ohne jeden Morgen die Sonne zu begrüßen, bevor sie ihre tägliche Wanderung am Firmament beginnt.
RRRRRUMMMSS!!!!!!!!
Etwas krachte mit der Wucht eines Vorschlaghammers gegen die Türe von Merris Zimmer, das er sich in der Gaststätte „Zum nimmersatten Troll“ gemietet hatte. Mit einem erschrockenen Keuchen riss es den Druiden aus dem Schlaf und er musste sich zuerst einmal umsehen und orientieren, wo er sich überhaupt befand. Bett, Holzwände, Holzschrank, Bärenfell auf dem Boden, halb aus den Angeln gehobene Türe, er war also noch in Jordheim, aber was war dort hinter der Türe? Vorsichtig streifte er die Bettdecke zur Seite und griff nach seiner Keule, die neben dem Bett lag. „Verdammt“, dachte er, „ich dachte die Wachen hätten Jordheim soweit im Griff, dass man sich hier nicht gegenseitig abmurksen darf“. Ein zweiter Schlag erschütterte die Zimmertüre, die sich danach prompt von ihrem langjährigen Begleiter, dem Türrahmen, trennte und zu Boden fiel.
„UPS!“ donnerte von draußen eine Stimme. Der Kelte atmete erleichtert auf. Er hatte erkannt, dass es sein Freund Henkerjaehr war, der ihn wohl wecken wollte. „SCHON WACH, MERRIS?!“ hörte man ihn sagen, denn obwohl die Türe nun kaputt war, wollte er den Raum noch nicht betreten. „Ja klar, komm rein, die Türe ist offen…“ antwortete Merris nicht ganz ohne Spott in der Stimme, was dem Troll aber sofort auffiel und als er den Raum betreten hatte fing er an sich zu rechtfertigen:
„DER SCHANKWIRT HAT GEMEINT ICH MÜSSE FEST KLOPFEN, WEIL DU SONST NICHT WACHZUBEKOMMEN BIST, DU SCHLAFMÜTZE!“
„Na das hast Du auf jeden Fall geschafft, was gibt es denn, Henker?“
„OCH, EIGENTLICH NIX. MIR IST NUR SO LANGWEILIG, DA WOLLTE ICH FRAGEN OB DU MIT MIR EIN PAAR UNSERER FEINDE ÄRGERN WILLST.“
„Hmm, das freut mich aber dass Du da schon so früh an mich denkst…“ Merris war nach wie vor ein wenig grummelig mit so einem Schreck aufgeweckt worden zu sein.
„Warte mal, ich zieh mir noch schnell meine Rüstung an“, sagte er und gibt zu dem Stuhl, auf dem er gestern seine Rüstung hatte liegen lassen.
„Was zum… Sie ist weg!! Jemand hat mir meine Rüstung gestohlen!!“ rief er entsetzt.
„BUH!“ jemand schrie ihm einen Zentimeter neben seinem Kopf ins Ohr.
„Salantar!! Du schleichender Nichtsnutz, willst Du dass ich ihn Ohnmacht falle?!“
„Wäre ein Anfang, aber so muss ich mich damit begnügen, dass ich Dich zu Tode erschreckt habe“ antwortete er Frech.
„Ach, lass mich raten: Du hast auch meine Rüstung versteckt, nicht wahr?“
Das breite Grinsen auf Salantars Gesicht bestätigte den Druiden, der nun wirklich gereizt war, schon so Früh am Morgen geärgert zu werden.
Nachdem sich also Merris in seine Schuppenrüstung gekleidet hatte waren die drei vorerst so weit und machten sich auf den Weg nach unten in die Gaststube. Diese war leer, nun ja, fast leer. In einer Ecke im Schatten hockten zwei Gestalten an einem Tisch. Man musste kein großes Genie sein um zu wissen, dass sie Spione waren. Die Gilde Requiem hatte ein ausgedehntes Spionagenetzwerk in allen drei Reichen aufgestellt. Wie es schien war es diesen Leuten nicht zu blöde auch nur im Geringsten ehrlich zu kämpfen.
Auch Henkerjaehr hatte die 2 Gestalten bemerkt und drehte sich in ihre Richtung und auf sie zu, wobei es Merris so vor kam, als wäre er nun mindestens noch mal 10 Zentimeter gewachsen. Die Holzbohlen unter den Füßen des Trolls gaben auch plötzlich knarrende Geräusche von sich. Wie immer war Merris ein bisschen neidisch. Er selbst war selbst unter den Kelten, die an und für sich nicht besonders hoch gewachsen sind, sogar noch recht klein. Niemals im Traum könnte er daran denken einen so eindrucksvollen Auftritt abzuliefern, wie der Troll. Auch Salantar hatte sich die Kapuze weiter ins Gesicht gezogen und bewegte sich nun mit der unheimlich anzusehenden Gewandtheit einer erfahrenen Schattenklinge auf die 2 Leute zu. Normalerweise würde man jeder Person dringen ans Herz legen so schnell wie möglich jetzt davonzulaufen. Merris musste es einfach eingestehen, so unheimlich wie seine Freunde war er bei weitem nicht, auch wenn er sich im Moment bemühte ein grimmiges Gesicht zu machen.
„Was wollt ihr?“ Keifte den drei Freunden die Zwergin entgegen, die am Tisch über einem Schweinebraten saß.
Henkerjaehr musterte die kleine Zwergin von oben bis unten, ergriff mit seiner Hand den Schweinebraten und schob ihn sich ohne ein weiteres Wort in den Mund. Die Zwergin lief rot an vor Wut, doch der eiskalte Blick des Berserkers ließ sie schweigen.
„Was zum Henker macht ihr da?!“ erboste sich nun auch die zweite Person am Tisch, ein Sarazene. Ein gezogener Dolch blitzte kurz auf und ein surren erfüllte die Luft. Das Auge konnte die Bewegung kaum nachvollziehen, doch in diesem kurzen Moment hatte Salantar den Bart des Sarazenen entfernt ohne jedoch nur die Haut anzukratzen. Mit einem erschrockenen Aufschrei fasste sich der Albioner an den Hals und fiel auf den Stuhl zurück.
„Ich würde euch empfehlen, euch in Dun Crauchon zu verkriechen,“ sagte Merris „denn man mag euch hier nicht.“
Die drei Gildenfreunde drehten sich um und gingen Richtung Ausgang. Als sie weit genug weg waren, als dass noch eine Gefahr bestanden hätte, sprang die Zwergin auf ihren Stuhl und fing an, weiter zu keifen:
„Aktion Reaktion. Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt. Ihr werdet schon sehen, dass wir euch überlegen sind. Und ab jetzt sehen wir uns im Nachhinein bestätigt unfaire Methoden im Gildenkrieg angewendet zu haben, denn eben jetzt habt ihr bewiesen, dass ihr nicht fair kämpft“
Ein leichtes Grinsen kam auf Merris’ Lippen. Sie schienen die Zwergin wirklich tief getroffen zu haben. Der Druide konzentrierte sich kurz und flüsterte dem Wind eine Nachricht zu: „Überbring dem Stuhlbein meine Ehrerbietung Wind. Und sage ihm, dass es nicht länger hier verweilen muss, sondern endlich sterben darf“
KNACKS!!
Der Stuhl, auf dem die Zwergin gestanden hatte brach zusammen und sie fiel mit dem Kinn erst auf die Tischkante und dann zu Boden auf dem sie weiterfluchend liegenblieb, während die Freunde die Taverne verließen.
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Merri (s/n)