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Vollständige Version anzeigen : Guten Morgen!


Merri
15.07.2003, 09:28
Wind, Wind, bring Geschichten zu mir,
von mutigen Kämpfern und Kriegen,
von Helden wie sie in Schlachten siegen,
und lass sie mich niederschreiben hier.


Es war Sommer geworden, und auch wenn sich dies nur in einem leichten Temperaturanstieg im Lande Midgard auswirkte und der Erdboden nun nur noch matschig, und nicht mehr gefroren war, merkte man den Einwohnern doch deutlich an, wie sehr sie diese kurze Zeit genießen. Nur dem Wegedienst von Jordheim machte das Wetter keinen Spaß. Während im Winter der Boden schön fest war, so dass weder Mensch, noch Zwerg, noch Troll, noch Pferdewagen Probleme hatten die Stadt zu durchqueren. Im Sommer dagegen mussten mehrmals täglich die Trolle der Wegedienstes die Karren aus den hoffnungslos vermatschten Straßen ziehen und ständig mussten sich diese armen Kreaturen anhören, dass es doch eine Frechheit sei, in welchem Zustand die Wege sind.

Doch all dieses Geschrei ging an einer Person vorüber, die selbst zu fortgeschrittener Stunde sich noch im Bett befand und lauthals vor sich hin schnarchte. Ein Druide ist er von Beruf. Nun ja, und die Tatsache, dass er ein Kelte ist, lässt manche Einwohner dieses Landes nach wie vor leise Flüche hinter seinem Rücken sagen. Doch das alles machte Merris nichts aus, schließlich hatte er vor kurzem vom Rat der Druiden seinen endgültigen Namen „Windbreeze“ erhalten, worauf er besonders stolz war. Denn dies zeichnete ihn nun als vollwertiges Mitglied der Druidengemeinschaft aus und da konnte man sich eben so Dinge leisten wie das Ausschlafen ohne jeden Morgen die Sonne zu begrüßen, bevor sie ihre tägliche Wanderung am Firmament beginnt.

RRRRRUMMMSS!!!!!!!!

Etwas krachte mit der Wucht eines Vorschlaghammers gegen die Türe von Merris Zimmer, das er sich in der Gaststätte „Zum nimmersatten Troll“ gemietet hatte. Mit einem erschrockenen Keuchen riss es den Druiden aus dem Schlaf und er musste sich zuerst einmal umsehen und orientieren, wo er sich überhaupt befand. Bett, Holzwände, Holzschrank, Bärenfell auf dem Boden, halb aus den Angeln gehobene Türe, er war also noch in Jordheim, aber was war dort hinter der Türe? Vorsichtig streifte er die Bettdecke zur Seite und griff nach seiner Keule, die neben dem Bett lag. „Verdammt“, dachte er, „ich dachte die Wachen hätten Jordheim soweit im Griff, dass man sich hier nicht gegenseitig abmurksen darf“. Ein zweiter Schlag erschütterte die Zimmertüre, die sich danach prompt von ihrem langjährigen Begleiter, dem Türrahmen, trennte und zu Boden fiel.

„UPS!“ donnerte von draußen eine Stimme. Der Kelte atmete erleichtert auf. Er hatte erkannt, dass es sein Freund Henkerjaehr war, der ihn wohl wecken wollte. „SCHON WACH, MERRIS?!“ hörte man ihn sagen, denn obwohl die Türe nun kaputt war, wollte er den Raum noch nicht betreten. „Ja klar, komm rein, die Türe ist offen…“ antwortete Merris nicht ganz ohne Spott in der Stimme, was dem Troll aber sofort auffiel und als er den Raum betreten hatte fing er an sich zu rechtfertigen:
„DER SCHANKWIRT HAT GEMEINT ICH MÜSSE FEST KLOPFEN, WEIL DU SONST NICHT WACHZUBEKOMMEN BIST, DU SCHLAFMÜTZE!“
„Na das hast Du auf jeden Fall geschafft, was gibt es denn, Henker?“
„OCH, EIGENTLICH NIX. MIR IST NUR SO LANGWEILIG, DA WOLLTE ICH FRAGEN OB DU MIT MIR EIN PAAR UNSERER FEINDE ÄRGERN WILLST.“
„Hmm, das freut mich aber dass Du da schon so früh an mich denkst…“ Merris war nach wie vor ein wenig grummelig mit so einem Schreck aufgeweckt worden zu sein.
„Warte mal, ich zieh mir noch schnell meine Rüstung an“, sagte er und gibt zu dem Stuhl, auf dem er gestern seine Rüstung hatte liegen lassen.
„Was zum… Sie ist weg!! Jemand hat mir meine Rüstung gestohlen!!“ rief er entsetzt.
„BUH!“ jemand schrie ihm einen Zentimeter neben seinem Kopf ins Ohr.
„Salantar!! Du schleichender Nichtsnutz, willst Du dass ich ihn Ohnmacht falle?!“
„Wäre ein Anfang, aber so muss ich mich damit begnügen, dass ich Dich zu Tode erschreckt habe“ antwortete er Frech.
„Ach, lass mich raten: Du hast auch meine Rüstung versteckt, nicht wahr?“
Das breite Grinsen auf Salantars Gesicht bestätigte den Druiden, der nun wirklich gereizt war, schon so Früh am Morgen geärgert zu werden.

Nachdem sich also Merris in seine Schuppenrüstung gekleidet hatte waren die drei vorerst so weit und machten sich auf den Weg nach unten in die Gaststube. Diese war leer, nun ja, fast leer. In einer Ecke im Schatten hockten zwei Gestalten an einem Tisch. Man musste kein großes Genie sein um zu wissen, dass sie Spione waren. Die Gilde Requiem hatte ein ausgedehntes Spionagenetzwerk in allen drei Reichen aufgestellt. Wie es schien war es diesen Leuten nicht zu blöde auch nur im Geringsten ehrlich zu kämpfen.
Auch Henkerjaehr hatte die 2 Gestalten bemerkt und drehte sich in ihre Richtung und auf sie zu, wobei es Merris so vor kam, als wäre er nun mindestens noch mal 10 Zentimeter gewachsen. Die Holzbohlen unter den Füßen des Trolls gaben auch plötzlich knarrende Geräusche von sich. Wie immer war Merris ein bisschen neidisch. Er selbst war selbst unter den Kelten, die an und für sich nicht besonders hoch gewachsen sind, sogar noch recht klein. Niemals im Traum könnte er daran denken einen so eindrucksvollen Auftritt abzuliefern, wie der Troll. Auch Salantar hatte sich die Kapuze weiter ins Gesicht gezogen und bewegte sich nun mit der unheimlich anzusehenden Gewandtheit einer erfahrenen Schattenklinge auf die 2 Leute zu. Normalerweise würde man jeder Person dringen ans Herz legen so schnell wie möglich jetzt davonzulaufen. Merris musste es einfach eingestehen, so unheimlich wie seine Freunde war er bei weitem nicht, auch wenn er sich im Moment bemühte ein grimmiges Gesicht zu machen.
„Was wollt ihr?“ Keifte den drei Freunden die Zwergin entgegen, die am Tisch über einem Schweinebraten saß.
Henkerjaehr musterte die kleine Zwergin von oben bis unten, ergriff mit seiner Hand den Schweinebraten und schob ihn sich ohne ein weiteres Wort in den Mund. Die Zwergin lief rot an vor Wut, doch der eiskalte Blick des Berserkers ließ sie schweigen.
„Was zum Henker macht ihr da?!“ erboste sich nun auch die zweite Person am Tisch, ein Sarazene. Ein gezogener Dolch blitzte kurz auf und ein surren erfüllte die Luft. Das Auge konnte die Bewegung kaum nachvollziehen, doch in diesem kurzen Moment hatte Salantar den Bart des Sarazenen entfernt ohne jedoch nur die Haut anzukratzen. Mit einem erschrockenen Aufschrei fasste sich der Albioner an den Hals und fiel auf den Stuhl zurück.
„Ich würde euch empfehlen, euch in Dun Crauchon zu verkriechen,“ sagte Merris „denn man mag euch hier nicht.“
Die drei Gildenfreunde drehten sich um und gingen Richtung Ausgang. Als sie weit genug weg waren, als dass noch eine Gefahr bestanden hätte, sprang die Zwergin auf ihren Stuhl und fing an, weiter zu keifen:
„Aktion Reaktion. Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt. Ihr werdet schon sehen, dass wir euch überlegen sind. Und ab jetzt sehen wir uns im Nachhinein bestätigt unfaire Methoden im Gildenkrieg angewendet zu haben, denn eben jetzt habt ihr bewiesen, dass ihr nicht fair kämpft“
Ein leichtes Grinsen kam auf Merris’ Lippen. Sie schienen die Zwergin wirklich tief getroffen zu haben. Der Druide konzentrierte sich kurz und flüsterte dem Wind eine Nachricht zu: „Überbring dem Stuhlbein meine Ehrerbietung Wind. Und sage ihm, dass es nicht länger hier verweilen muss, sondern endlich sterben darf“

KNACKS!!

Der Stuhl, auf dem die Zwergin gestanden hatte brach zusammen und sie fiel mit dem Kinn erst auf die Tischkante und dann zu Boden auf dem sie weiterfluchend liegenblieb, während die Freunde die Taverne verließen.

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Merri (s/n)

Hemeth
15.07.2003, 12:55
<spontaner begeisterter kommentar eines lesers: GROSSARTIG! :respekt: :respekt: :respekt: fortsetzung erwünscht! (notfalls müssen die windungen in meinem zwergenhirn auf touren kommen - verspreche dann aber nichts zur qualität der weitergehenden mär...)>

Henkerjaehr
16.07.2003, 10:35
/clap :up:

Nimea
16.07.2003, 12:17
:respekt: :up:

Merri
25.07.2003, 13:08
Das grelle Licht der Morgensonne blendete Merris, also er aus dem Tavernenraum ins Freie kam. Noch geblendet vom Licht war Merris auch schon in die erste große Schlammpfütze getreten.

"Na toll. Sagt mal, könnt ihr Midgarder nicht mal ein bisschen Rasen hier in Jordheim sähen, dass man wenigstens nicht andauernd mit verdreckten Stiefeln aus diesem Ort kommt?"
"Nun ja, Merris," setzte Salantar an "das ist nicht so einfach eisst Du, es gibt bei uns so ein paar Bewohner, deren Gewicht solch einem Rasen zu schaffen macht"

Das war ziemlich schlau gesagt von Salantar, denn Trolle, und vor allem Henkerjaehr reagierten sehr empfindlich auf den Vorwurf zu schwer oder zu dick zu sein. Vor allem der Trollberserker war dorthingehend ziemlich empfindlich, und da niemand freiwillig ausprobieren wollte, wer wohl eine Prügelei mit ihm gewinnt, war es immer clever die Tatsache ein wenig zu umschreiben.

Merris schaute also auf seine verdreckten Stiefel herab und sein Blick fiel auf die Pfütze, die dafür schuld war. Aber nanu? Was war das? Ein bekanntest Gesicht erkannte er in der Pfütze und Merris erschrak, rutschte auf dem matschigen Boden aus und fiel mit dem Rücken in den Dreck von Jordheims Straßen.

"SCHLAMMBÄDER SIND LUSTIG, NICHT?" Grölte der Troll, der nicht begriffen hatte, dass es Merris unabsichtlich passiert war.
"Da war Kimhi..." stammelte Merris "dort in der Pfütze hab ich Kimhi gesehen. Aber ihr Gesicht war ganz zerschlagen und sie war ganz bleich, als ob sie..."

Salantar und Henkerjaehr schauten zu dem Dreckübberzogenen Kelten herunter, der geschockt auf dem Boden saß. Ein Pferdekarren fuhr vorbei und ducrh die Pfütze und ein weiterer Schwall dreckiges Wasser sorgte dafür, dass der Kelte nun keinen sauberen Fleck mehr auf der Rüstung hatte. Aber das kümmerte ihn auch nicht mehr.

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Das Wasser tropfte von der Decke des dreckigen runden Raumes auf das feuchte, schimmelige Stroh, das man auf dem Boden verteilt hatte. Ein paar Ratten flohen aus dem dunklen Raum, der nur durch ein kleines Loch ganz oben in der Wand in schummriges Licht getaucht wurde, als die Türe aufgerissen wurde und eine Person den Kerker berat.

"Ausgeschlafen?", sagte er böse in den Raum hinein.

Etwas raschelte, aber die Dunkelheit in dem Kerker machte es unmöglich etwas zu erkennen.

"......durst.......wasser" hörte man eine röchelnde Stimme.

"Na, na, wer wird denn hier gleich das Bitteschön vergessen?" sagte die Person mit einem bösen Lachen. "Zuerst einmal wirst Du Dich ein wenig mit mir unterhalten. Und danach... wer weis. unterhaltze ich mich ein wenig mit Dir..."

Draussen an der frischen Luft sang ein Vogel auf dem Baum und eine Windbriese fürhte ein klein wenig von seinem Lied und einen Schwall kühle Luft in das stickige Verließ. Aber das konnte Kimhis' Gemüt auch nicht aufhellen...


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Fortsetzung folgt

Merris

Merri
25.07.2003, 14:30
SC craften ist ja öde bis zum Umfallen. dann bin ich eben noch ein wenig kreativ und erzähle wie es weitergeht

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Merris hatte noch immer Gänsehaut, als er sich das Gesicht seiner Gildenchefin in Erinnerung rief. Denn er wußte, das das, was er in der Pfütze gesehen hatte nicht nur Einbildung gewesen war. Das, was ihm die Natur zukommen lies, war entweder schon passiert, oder würde in naher Zukunft passieren. Da es meist keine angenehmen Dinge waren, die Druiden auf diese Art und Weise erfuhren, waren viele der Leute aus seiner Gemeinschaft ausgetreten um wieder ruhig schlafen zu können. Bishar war Merris weitgehend davon verschont geblieben, aber nun verstand er, warum einige seiner Kollegen zu diesem Schritt übergegangen waren.

" Merris, bist Du wieder ansprechbar?" fragte Salantar und schüttelte den Kelten leicht an der Schulter. Dasselbe hatte zovor der Troll versucht, mit dem Resultat, dass die dreckige Rüstung nun auch noch zu Schmied gebracht werden musste und dass der Kelte Kopfweh hatte.
"..j..a.." begann er zögerlich zu antworten.
"NA WAS HAST DU DENN, KLEINER KELTE?!" Der Troll konnte es wie immer nicht ertragen, wenn etwas zu lange dauerte.

....durst ..... wasser....

"Kimhi! Ich habe Kimhi gesehen in der Pfütze..."
....durst ..... wasser....
"...und sie sah aus, als wäre sie dem Tod nahe..oder bereits schon tot..."
....durst ..... wasser....
"...ich fürchte wir müssen sie so schnell wie möglich finden!"
....durst ..... wasser....
"JA, VERDAMMT NOCHMAL!! Ich habe es gehört Du verfluchter Luftzug! Sei endlich still!!" brüllte der Druide in den Raum und Salantar und Henkerjaehr zuckten erschrocken zurück. Der Troll verstand nciht ganz warum der Bewohner Hibernias so ein Nervenbündel war, doch Salantar konnte sich schon vorstellen, wie es denn war, wenn die Natur ständig versuchte jemand auf dem laufenden zu halten.

"Ganz ruhig Merris. So, jetzt atme nochmal durch und Henker, hilf ihm mal aus dem Dreck hier. Kimhi ist also in Gefahr?" fragte Salantar vorsichtig.
"Ja, sagte ich doch schon" erwiderte Merris gereizt, während ihm der Troll unter die Arme griff und ihn hochhob. "Ja, und sie wird irgendwo gefangen gehalten und wird nicht gerade freundschaftlich behandelt
"Und wo?"
"Wenn ich das nur wüsste"

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Fortsetzung folgt


Merris

Fjella
25.07.2003, 15:22
:up: :respekt: :respekt:

perfekt merri

... ich will meeehhrhrr :D

Mfg Fjella

Nell
25.07.2003, 17:44
huiui *popcorn hol*

Loddfafnir
06.10.2003, 00:36
:heul: wo ist die fortsetzung ?

plz merri, tu uns das nicht an hier einfach aufzuhören.

:respekt: zu deiner bisherigen geschichte :vertieft war im text:


mfg

Kollby Pride

Merri
07.10.2003, 10:56
"Nun gut", sagte Salantar und schritt in der großen Halle von Jordheim auf und ab, "lasst uns nochmals zusammenfassen, was wir bereits wissen: Kimhi wurde entführt und wird als Gefangene gehalten...". Die Schattenklinge blieb stehen und drehte sich mit einem Ruck um: "Ende, mehr wissen wir nicht."
"Nicht wirklich viel, nein", stimmte ihm Merris zu. "Vor allem, da uns die Zeit davonläuft, aber wartet mal...". Der Druide machte ein paar schnelle Schritte Richtung Seitenausgang der Halle und sprang dann hinter die Ecke. Verwirrt beobachteten Hankerjaehr und Salantar die Szene und folgen dem Kelten zu dem Ausgang. Dort sahen sie Merris auf einer anderen Gestalt liegen. "A-Ha! Du willst wohl in Erfahrung bringen, wie gut eure Entführung geklappt hat und wie wir im dunkeln tappen, oder Dolby?!!" entfuhr es dem kleinen Duiden.
"Nein, nein. Ich hab es doch selbst erst erfahren. Ich wollte nur hören, ob ihr sie schon gefunden habt." antwortete der Minnesänger.
"Na wie Du sehen kannst, nein. Merris, jetzt komm endlich von dem Albioner dort runter." sagte Salantar. Wer in Richtung Henkerjaehr blickte konnte sehen, wie der Troll seinen Feind grimmig anblickte und wie die beiden riesenhaften Pranken sich zu Fäusten ballten.
"Wie? ihr seid nicht in diese Entführung verwickelt?" kam es überrascht von Merris, als er sich wieder aufgerappelt hatte.
"Ach was. Gegen euch Kämpfe gewinnen und euch dann verbal bloßzustellen ist völlig ausreichend, wer muss denn da noch einen von euch entführen." antwortete Dolby, selbstbewußt wie immer.
"Verdammt!" entfuhr es Salantar leise. Den eins konnte man dem Minnesänger nicht nachsagen: dass er die drei Freune in dieser Sache belügen würde. Requiem, die Feinde der Gesandten waren also sicherlich nicht an der Entführung beteiligt.
"DANN GEWINN LAND!" Röhrte der Troll dem Albioner zu.
Die Hände abwehrend erhoben machte der Minnesänger einen Rückzug, leise ein Lied pfeifend.
"HALT!", rief ihm Merris hinterher. Dolby drehte sich um. "Dieses Lied, woher kennt ihr es." Die anderen schauten den Druiden verwundert an. Als ob das im Moment der richtige Zeitpunkt wäre um über ein Lied zu diskutieren.
"Das ist das Lied der Königsschwalbe." antwortete der Minnesänger. Diesen Vogel gibt es nur in Albion, und dort sogar nur in der Nähe von Camelot."

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Die Feuchtigkeit und die Kälte waren schlimm, ganz ohne Frage, aber das schlimmste war eigentlich diese Dunkelheit. In Hibernia, ihrer Heimat, da war alles immer hell und freundlich gewesen. Sogar des Nachts schien ein besonders groß aussehender Mond und helle Sterne funkelten um den Weg eines Wanderers zu erhellen. Der Gesang eines kleinen Singvogels drang zu ihr in den Kerker, als ob der Vogel versuchte sie aufzuheitern. Ein metallenes Geräusch übertönte den Gesang und verriet der Beschwörering, dass einer ihrer Peiniger gleich den Raum betreten würde. Die Tür ging einen Spalt weit auf und schloß sich dann gleich wieder. Kimhi konnte nicht erkennen, wer den Raum betreten hatte, dazu hätte sie den Kopf heben müssen und dazu sah sie sich nicht imstande.
"Ist es nicht langsam an der Zeit uns zu verraten, was wir von Dir wissen wollen?" kam eine kalte Stimme aus der anderen Seite des Raumes. "Ist es denn das wirklich wert? Du musst es nur sagen und schon lassen wir Dich wieder frei."
"Wasser..." kam es ihr aus dem Mund.
"Das bekommst Du, wenn Du uns erzählst welches Beschwörungsritual wir machen müssen, um den richtigen Zustand der drei Reiche wieder herzustellen. Das Ideal der einstigen Könige ist nicht aufgegangen. Es herrschen Kämpfe überall, jeder gegen jeden. Wir wissen, dass Du damals an den Zaubern mitgearbeitet hast, damit sich die Bewohner von Albion, Midgard und Hibernia verständigen können. Und Du weisst, wie man das wieder rückgängig machen kann. Wenn man sich erst einmal nicht mehr versteht, dann werden die Bündinisse schnell zerfalen und es herrscht wieder die alte Ordnung, also SPRICH ENDLICH DU JÄMMERLICHE LURIKEEN!"
Wie lange werde ich diese Folter noch ertragen? fragte sich Kimhi im Gedanken.

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"Der Kerker? Der ist doch schon längst nicht mehr in Betrieb," sagte der griesgrmig dreinblickende Wachsoldat.
"DANN SAG ENDLICH WO ER IST!" dröhnte Henkerjaehr, der es mal wieder nicht ertragen konnte, wenn auch nur ein einziger überflüssiger Satz mit ihm gewechselt wurde.
"Geht die dritte Strassen von hier nach links, biegt dann an der Achtfachkreuzung nach Nord-Nordost ab und folgt dem Straßenverlauf, an dem Menschenverkehrskreisel nehmt den dritte Ausgang und ihr seid da."
Merris wusste schon, warum er Camelot hasste. Welcher Wirrkopf auch immer sich die Straßenverläufe ausgedacht hatte, gehörte seiner Meinung genau an den Ort, den sie soeben suchten: Den Kerker von Camelot. Sie folgten der Beschreibung des Wachmanns exakt bis auf die Stelle mit dem Menschenverkehrskreisel, den Henkerjaehr in der falschen (aber deutlich kürzeren) Richtung benutzte um den dritten Ausgang zu erreichen. Seine Schneise, die sich der Troll durch die Menschenmassen bahnte reichte noch leicht für Salantar und Merris um ihm zu folgen. Die verhassten Blicke all der Bewohner, die sich über diesen GANZ OFFENSICHTLICHEN Verstoß gegen die Verkehrsregeln von Camelot erregten, prallten effektlos von den drei Freunden ab. Sie hatten es eilig.
Sie kamen in einen sehr ruhigen, sehr verwahrlost aussehenden Innenhof, der mit Gras bewachsen war und in dem ein paar Bäume standen. An dem Sockeln der Mauern, die den kleinen Park umringten konnte man Gitterstäbe erkennen. Ganz offensichtlich waren dass die Fenster zu verschiedenen Zellen. In einem der Bäume pfiff ein Vogel ein bekanntes Lied. Dann konnten die drei Freunde ein Gespräch verfolgen, dass aus einem der vergitterten Fenster zu ihnen drang.
"Kennt ihr die Geschichte des Bauern und des Drachen, Meisterin Glitzerhand? Da war ein Bauer, der weder Frau noch Kinder hatte. Eines Tages auf dem Feld fand er ein Drachenjunges, das schon so schwach war, dass es dem Tode nahe war. Obwohl der Bauer schon vioele Geschichten gehört hatte wie grausam und gemein Drachen waren hattte er Mitleid und er nahm das Junge mit zu sich nach Hause auf den Hof. Nachdem der Bauer das Drachenjunge 6 Tage lang gepflegt hatte, war es wieder zu Kräften gekommen. Mit einem Feuerstoß verbrannte der Drache den Hof des Bauern und ihn selbst. Im Sterben noch fragte der Bauer: "Wieso hast Du das gemacht?". Und der Drache antwortete ihm: "Was hast Du erwartet? Ich bin ein Drache!". Wisst ihr was man aus dieser Geschichte lernen kann, Meisterin Glitzerhand? Man kann jemanden nicht ändern. Die Wilden Barbaren aus Midgard werden immer herzlose und Wilde Barbaren bleiben. Und das hochnäsige Volk aus Hibernia wird niemals freundlich und nahbar sein. Deshalb..."
Lärm von vor der Tür unterbrach das Gespräch. Die Tür flog mit einem gewaltigen Stoß aus dem Rahmen und eine Risenhafte Gestalt war darin zu sehen, einem Hammer in der einen und eine Axt in der anderen Hand.
"Falsch," flüsterte Kimhi leise, "Die Moral der Geschichte lautet, dass es, egal wie viele gute Menschen es auf der Welt gibt, es immer die geben wird, die böse Dinge im Schilde führen. Denen soll die gerechte Strafe wiederfahren."


Ende

Merri
07.10.2003, 10:59
Dies ist kein Doppelpost, aber ich ich wollte es nicht noch oben hinquetschen. Das letzte Abschiedsgeschenk lag noch bei mir auf dem Desktop rum. Deshalb hab ich es endlich mal zuende geschrieben und hier gepostet. Vielen Dank für das ganze Lob, ich hoffe auch das Ende der Geschichte erfüllt eure Erwartungen. Verabschiedet hab ich mich ja schon, also macht es gut,

Merris/ Andi

Guggy
07.10.2003, 11:22
MMh also denn Anfang fand ich echt spitze aber denn Schluss irgendwie dumm hehe ;)